Zur 3. Runde der Verbandsliga reiste der Naumburger SV zum FC Germania nach Köthen. Nach den beiden knappen Auftaktniederlage wollten die Domstädter endlich die ersten Mannschaftspunkte "einfahren".

Die ausgeglichen besetzten Gastgeber aus der Bachstadt hatten naturgemäß etwas dagegen und um es vorwegzunehmen - der NSV mußte in einen nervenaufreibenden Kampf wieder eine bittere 3,5-4,5-Schlappe hinnehmen! Doch der Reihe nach. Der Wettkampf entwickelte sich leider ähnlich der ersten Verbandsligarunden - die Naumburger gerieten durch individuelle Fehler relativ schnell in Rückstand! Nach 2 Stunden mußte Bernd Rößler aufgeben, da er einen Zentrumsdurchbruch mit Mattdrohung übersah und dadurch mit einem gegnerischen Bauern auf d3 praktisch "eingeschnührt" wurde. Wenig später erreichte Jens-Frieder Mükke dagegen ein ganz solides Remis im Abtausch-Franzosen. Matthias Will verfolgte aus der Eröffnung heraus diesmal eine völlig verfehlte Strategie, als er seinem Kontrahenten das Läuferpaar überließ. Der Köthener zeigte danach lehrbuchhaft, wie man so etwas ausnutzt und aufgrund vieler Felderschwächen konnte der NSV-Mannschaftsleiter nach 3 Stunden nur noch aufgeben! So waren die Domstädter schon wieder 0,5:2,5 im Hintertreffen, aber an den anderen Brettern wurde noch alles versucht, das Ruder rumzureißen. Nach etwas mehr als 3 Stunden schlug der Königsangriff von Julius Heinrich nach schöner Partie durch! In der folgenden Zeitnotphase geriet jetzt Jens Härtig nach gewohnt dynamischer unter Druck, doch er konnte das Spiel ins Remis abwickeln. Bei Samuel Gering hatten beide Spieler 10 Züge vor der Zeitkontrolle nur noch Sekunden auf der Uhr. Der Naumburger griff mit all seinem Material die Rochade-Stellung an, aber die Verteidigung des Köthener Mannschaftsleiters hielt nach 4 Stunden stand. Sebastian Schmidt-Schäffer hatte eine komplizierte Stellung zu bespielen. Er konnte jedoch mit einen Freibauern immer etwas Druck ausüben und einen wichtigen Bauern gewinnen. Letztlich überschritt sein zäh kämpfender Kontrahent aber die Bedenkzeit. Die Domstädter hatten sich erfolgreich zurückgekämpft und es stand 3,5:3,5! Nun hing alles vom 8.Brett ab. Andreas Schlag hatte seine ersten beiden Spiele gewonnen und auch gegen Köthen spielte er eine starke Partie und stand nach 4 Stunden besser! Sein Gegner hatte im Vorfeld schon ein Remis abgelehnt und wollte seinerseits unbedingt auf Gewinn spielen! Dafür opferte er eine Qualität für gefährliche verbundene Freibauern. Der NSV-Akteur stabilisierte aber durch genaues Spiel seinen Vorteil und das Rückopfern der Qualität hätte ihm jetzt zumindest eine nicht mehr zu verlierende Stellung erbracht! Aber Entscheidungspartien haben immer ihre eigenen Gesetze - man kann durch einen ungenauen Zug zum "Held" oder zum "Verlierer des Tages" avancieren! Die Köthener Freibauern brachen nach 5,5 Stunden tatsächlich durch und selbst ein Dauerschach mit der Dame zum verdienten Mannschaftsunendschieden war dem Domstädter nun nicht mehr vergönnt.
Wenn einmal der Wurm drin ist, dann gelingt auch dies nicht! Der Naumburger SV verliert damit denkbar unglücklich mit 3,5:4,5 gegen Köthen, deren starke Mannschaftsleistung aber in keinster Weise geschmälert werden soll. Spätestens jetzt muß allen NSV-Spielern klar sein, daß in den kommenden Runden zwingend Mannschaftpunkte gegen den Abstieg gesammelt werden müssen! Nächste Gelegenheit dazu wird im Dezember im Euroville gegen den Aufsteiger Norbertus Magdeburg sein.

Brettergebnisse:
1.Brett: Karl Praczyk (DWZ 1973) - Sebastian Schmidt-Schäffer (2281) 0:1
2.Brett: Rene David (2084) - Julius Heinrich (2097) 0:1
3.Brett: Philipp Bader (1984) - Samuel Gering (2049) Remis
4.Brett: Ralf Häntsch (1979) - Jens Härtig (2108) Remis
5.Brett: Eric Schneider (1936) - Matthias Will (1940) 1:0
6.Brett: Maximilian Garbe (1825) - Jens-Frieder Mükke (1982) Remis
7.Brett: Bernd Renner (1934) - Bernd Rößler (2010) 1:0
8.Brett: Siegfried Naujeck (1900) - Andreas Schlag (1876) 1:0

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