Zur 2. Runde der Verbandsliga hatte der Naumburger SV beim Reideburger SV anzutreten. Die Rand-Hallenser machen seit einigen Jahren eine hervorragende Jugendarbeit, die auch immer mehr im Erwachsenenbereich zur Geltung kommt - das sollten diesmal auch die Domstädter erstmals "zu spüren" bekommen! Der NSV mußte diesmal zwar auf sein Spitzenbrett, Sebastian Schmidt-Schäffer, verzichten, aber auch so war der Oberliga-Absteiger von der Papierform her favourisiert.

Es entwickelte sich abermals ein spannender Kampf! Nach etwas mehr als einer Stunde war die erste Partie des Tages entschieden. Andreas Fritsch hatte sich ausgangs der Eröffnung positionell verkalkuliert und sah sich bei offener h-Linie mit Rochadekönig und gegnerischen Bauern auf g3 konfrontiert. Dabei kann man schonmal das Turmopfer-Motiv auf h1 mit folgendem Damenmatt übersehen, was zur sofortigen Aufgabe führte! Eine Stunde später mußte auch Jens-Frieder kapitulieren, aber aus komplett anderer Lage. Er hatte aus einer kompakten Stellung haraus eine Figur im Glauben geopfert, sie mit Zinsen (sprich zwei Mehrbauern) zurückzubekommen. Diese Kombination hatte aber leider ein "Loch", wie der Schachspieler zu sagen pflegt, und die Stellung war verloren! Doch die Domstädter kämpften sich nach 3 Stunden nochmal zurück! Matthias Will konnte seinen Kontrahenten von Anfang an unter Druck setzen und schnell einen Bauern gewinnen. Als das gegnerische Figurenspiel abgewehrt war, wickelte der Naumburger Mannschaftsleiter in ein gewonnenes Bauernendspiel ab. Wenig später dann ein Remis in ausgeglichener Stellung bei Bernd Rößler, der, gesundheitlich angeschlagen, keinen entscheidenden Druck mehr aufbauen konnte. Andreas Schlag dagegen konnte seinen Gegner permanent beschäftigen, was in Zeitnot zu einer Springergabel mit Damengewinn führte - eine sauber gespielte Partie! So stand es nach etwas mehr als 3 Stunden 2,5:2,5. Aber die restlichen NSV-Akteure hatten es an den Spitzenbrettern gegen den erwähnten Reideburger Nachwuchs sehr schwer! Julius Heinrich konnte in der Zeitnotphase mit seinem zentralen König den Verlust einer Qualität und wenig später der Partie nicht mehr verhindern. Bei Jens Härtig wurde an allen Seiten des Brettes angegriffen und es schien noch Einiges möglich! Aber letztlich war bei einem Bauern weniger und umsichtigen Spiel des Gegners nach knapp 5 Stunden nicht mehr als ein Remis drin. Jetzt hing beim Stand von 3:4 alles an der Partie von Samuel Gering. Er hatte sich zäh verteidigt, doch die Initiative lag beim Reideburger Youngster. Im Streben nach dem vollen Punkt ging der Domstädter nun im Damenendspiel mit 3 Leichtfiguren "volles Risiko" und opferte einen Bauern! Doch auch hier zeigte die Jugend schon erstaunliche Ruhe in permanent knapper Bedenkzeit und wickelte in ein ungleiches Läufer-Endspiel ab. So war das Remis nach fast 6 Stunden besiegelt.
Der Naumburger SV verliert wiederum denkbar knapp, aber dem Spielverlauf nach völlig verdient gegen den Reideburger SV mit 3,5-4,5! Mit diesem "Sand im Getriebe" platzieren sich die Domstädter am ungewohnten Tabellenende der Verbandsliga und es sollten langsam die ersten Mannschaftspunkte gesammelt werden! Die nächste Möglichkeit dazu wird im November in Köthen sein.

Brettergebnisse:
1.Brett: Hugo Post (DWZ 2140) - Julius Heinrich (2097)  1:0
2.Brett: Florian Dietz (2088) - Samuel Gering (2049)  Remis
3.Brett: Marvin Henning (2034) - Andreas Fritsch (1975)  1:0
4.Brett: Benedikt Weber (2027) - Jens Härtig (2108)  Remis
5.Brett: Thomas Schmidt (1905) - Matthias Will (1940)  0:1
6.Brett: Marcus Bergmann (1899) - Jens-Frieder Mükke (1982)  1:0
7.Brett: Uwe Ritter (1751) - Bernd Rößler (2010)  Remis
8.Brett: Ralf Wolke (1719) - Andreas Schlag (1876)  0:1

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