Zur 8. Runde der Oberliga hatte der Naumburger SV beim Team von ASP Hoyerswerda anzutreten. Um ausgeruht an die Bretter zu kommen, waren die Domstädter bereits am Vorabend angereist und trafen sich im gemütlichen Restaurant "Anno 1900". Somit gut eingestimmt machte man sich auch mit "dem letzten Aufgebot" durchaus Hoffnung, nicht mit leeren Händen aus der Lausitz zurückzukommen! Die Hoyerswerdaer traten ihrerseits erstmals in dieser Saison ohne ihr Spitzenbrett, GM Jiri Lechtynsky, an, was zwar die Vorbereitung aber nicht die Spieler durcheinanderbrachte.


Nach 1,5 Stunden steuerte Hermann Packroff ein erstes Remis bei, nachdem er sich ausgangs der Eröffnung mit der entstandenen Stellung scheinbar etwas unwohl fühlte. Wenig später geriet der NSV aber in Rückstand. Julius Heinrich ließ in der französischen Verteidigung frühzeitig einen Springer nach d6, was ihn in seiner Figurenentwicklung behinderte. Dem folgenden Angriff seines armenischen Gegners auf die Königsstellung hatte der Youngster dann nicht genug Material entgegenzusetzen. Aber an der anderen Brettern war noch alles drin. In der Zeitnotphase wurden nun aber 3 Partien im Minutentakt beendet. Bernd Rößler hatte eine gute Stellung mit Raumvorteil erreicht, doch bei der Abwicklung ins Turmendspiel gedanklich einen "Zug vertauscht". Zu allem Überfluß verlor er nun nach knapp 4 Stunden durch Zeitüberschreitung, aber da hatte sich die Position schon zu Ungunsten des NSV-Akteurs gedreht! Zur selben Zeit mußte auch Jens Härtig seinem Gegner gratulieren. Er hatte ebenfalls eine gute Stellung mit Angriff auf die Rochadestellung erhalten, aber den Einschlag des Turms auf e6 vollkommen übersehen. Dadurch drehte sich die Waage schnell und die Stellung war leider glatt verloren. Auf ihr Spitzenbrett, Sebastian Schmidt-Schäffer, können sich die Naumburger aber aktuell verlassen - er verwertete in einem komplexen Figurenspiel seinen Freibauern auf der a-Linie gekonnt und brachte damit die Domstädter auf 1,5:3,5 heran! Mannschaftsleiter Matthias Will hatte sich derweil lange beengt verteidigt. Nach entlastenden Abtauschaktionen und einem Springerschach auf e2 mit überraschender Mattdrohung brachte er seinen Gegenüber "zum Wackeln"! Nun übersah der Domstädter den richtigen Springerzug und konnte im Turmendspiel mit Minusbauern mit seinem aktiven Turm gerade noch das Remis retten, aber einer voller Punkt wäre nach dem Partieverlauf auch "zuviel des Guten" gewesen! Andreas Fritsch hatte diesmal die komplizierteste Stellung mit Schwerfiguren und beidseitigen Drohungen auf dem Brett und er versuchte jetzt alles, um sein Spiel zu gewinnen! Der erfahrener Gegner ließ aber nach 4,5 Stunden nichts anbrennen und sicherte seinerseits mit einem Dauerschach den Mannschaftserfolg der Hausherren. Derweil krönte NSV-Ersatzmann Andreas Schlag seinen Oberliga-Einstand nach knapp 5 Stunden noch mit einem vollen Punkt! Er hatte nach solidem Spiel das etwas aktivere Endspiel erhalten und seine 2 Freibauern waren auch vom Turm nicht mehr zu halten.
So verliert der Naumburger SV knapp und insgesamt ziemlich unglücklich mit 3,5:4,5 beim ASP Hoyerswerda und verpaßt die Chancen zumindest einen Mannschaftspunkt aus der Lausitz mitzunehmen! Nach der Runde und den Ergebnissen der 2. Bundesliga steht nunmehr fest, daß der 11. Platz diese Saison absteigen wird. Damit die Domstädter ihren aktuellen Tabellenplatz verlassen können, müssen nun definitiv noch Mannschaftspunkte aus den letzten 3 Runden her! Zur nächsten Runde geht es Mitte März nach Aue.

Brettergebnisse:
1.Brett: FM Ilya Spivak (DWZ 2254) - Sebastian Schmidt-Schäffer (2342) 0:1
2.Brett: Vardan Hovsepyan (2199) - Julius Heinrich (2148) 1:0
3.Brett: FM Klaus-Dieter Kesik (2185) - Andreas Fritsch (2039) Remis
4.Brett: FM Günther Jahnel (2152) - Jens Härtig (2099) 1:0
5.Brett: Robert Böhm (2106) - Bernd Rößler (2001) 1:0
6.Brett: Roland Graf (2042) - Matthias Will (1943) Remis
7.Brett: Sibylle Heyme (1924) - Andreas Schlag (1840) 0:1
8.Brett: Alexander Grohmann  (1944) - Hermann Packroff (1915) Remis

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