Zur finalen Doppelendrunde der Verbandsliga reiste der Naumburger SV mit einem beruhigenden 3-Punkte-Vorsprung nach Magdeburg. Der Oberliga-Aufstieg war das große Ziel, aber mit Roter Turm Halle am Samstag und dem SV Merseburg am Sonntag standen nochmal zwei Gegner auf dem Spielplan, gegen die man letzte Saison beiden Kämpfe verloren hatte!
Die Samstagsrunde startete kurios mit mehr als einen halbe Stunde Verspätung, da ein Auto der Hallenser eine Panne hatte. Die Domstädter warteten fairerweise auf die Gegner und bereits nach weiteren 30 Minuten waren die Partien von Andreas Fritsch, Volkmar Huth und Samuel Gering friedlich beendet. Nun bekam wenig später Steffen Kluge ein Remisangebot und auch Mannschaftsleiter Matthias Will einigte sich mit seinem Gegenüber auf die frühe Punkteteilung, was er sich aber im Nachhinein definitiv ankreiden lassen muß! Denn dadurch stieg völlig unnötigerweise der Druck auf die noch verbliebenden Weiß-Partien von Peter Freitag, Julius Heinrich und Ralf Hillmann. Auch wenn beide Letztgenannten zwischenzeitlich klar auf Gewinn standen und Peter Freitag den ehrgeizigsten Hallenser letztlich auch in einer Remisstellung hatte, gingen doch alle drei Partien nach knapp 3 Stunden mehr oder weniger einzügig verloren! Dieser "seltsame" Wettkampf mit der 2,5:5,5-Niederlage wurde von Caissa aber dahingehend "ausgeglichen", da der einzig verbliebene Verfolger Köthen gegen Reideburg ebenfalls verlor, sodaß die Naumburger am Abend im kroatischen Restaurant "Adria" trotzdem noch den vorzeitigen Aufstieg feiern konnte!
Nach kurzer Nacht wartete dann am Sonntag der Dauer-Rivale SV Merseburg mit einer starken Mannschaft auf. Doch der Naumburger SV hielt diesem "Lakmustest" der Oberliga-Tauglichkeit stand! Nach knapp einer Stunde erzielte Steffen Kluge das erste Remis. Matthias Will hatte von seiner Gegnerin eine seltene Eröffnungsvariante vorgesetzt bekommen und mußte sich genau verteidigen, was mit etwas Glück nach 2,5 Stunden zum nächsten Unendschieden führte. Aber nach 3 Stunden trumpfte der NSV jetzt voll auf, denn sowohl Andreas Fritsch mit einem sehenswerten Turm-Matt auf g1, als auch Volkmar Huth und Peter Freitag gewannen nach starkem strategischen Auftritt ihre Partien! So stand es bereits 4:1 und die restlichen Bretter sollten den Wettkampf entscheiden. Die Merseburger kamen nun nochmal zurück, denn Ralf Hillmann griff in ausgeglichener Stellung fehl und Julius Heinrich mußte sich am Spitzenbrett nach 3,5 Stunden dem permanenten Positionsdruck beugen. Wie so oft hatte Samuel Gering jetzt die letzte Partie zu spielen und er erzwang mit einer feinen kleinen Kombination das Dauerschach zum abschließenden Remis!
Damit gewinnt der Naumburger SV gegen den SV Merseburg mit 4,5:3,5 und wird mit starken 16 Mannschaftspunkten neuer Landesmeister von Sachsen-Anhalt! Die Domstädter stellten diesmal frühzeitig mit klaren Siegen gegen die jeweiligen Verfolger die Weichen. Aber das Team bestach vorallem mit mannschaftlicher Geschlossenheit bis zur "Ersatzbank" hin und gleich mehrere Spieler hatten zwischenzeitlich einen Lauf bzw. blieben ungeschlagen! Somit wird nach 2019 (letztmalig gegen den SV Wiesbaden) in der kommenden Saison wieder attraktives Oberliga-Schach in Naumburg zu sehen sein, wobei die Domstädter für punktuelle Verstärkungen natürlich auch immer offen sind.

Brettergebnisse Samstag:
1.Brett: Julius Heinrich (DWZ 2035) - Matti Adelmeyer (2059) 0:1
2.Brett: Samuel Gering (2031) - Yuri Golitsyn (1954) Remis
3.Brett: Volkmar Huth (2078) - Lars Jungklaus (1895) Remis
4.Brett: Andreas Fritsch (1946) - Lenhard Zaprasis (1926) Remis
5.Brett: Peter Freitag (1917) - Roman Korniienko (-) 0:1
6.Brett: Matthias Will (1911) - Oleh Ovchynnikov (1808) Remis
7.Brett: Ralf Hillmann (1771) - Markus Binnewies (1782) 0:1
8.Brett: Steffen Kluge (1858) - Ferdinand Lindner (1831) Remis
Brettergebnisse Sonntag:
1.Brett: Julius Heinrich (DWZ 2035) - Thomas Hartung (2097) 0:1
2.Brett: Samuel Gering (2031) - Thomas Grieger (2093) Remis
3.Brett: Volkmar Huth (2078) - Simon Donath (1872) 1:0
4.Brett: Andreas Fritsch (1946) - Dustin Hoffmann (1876) 1:0
5.Brett: Peter Freitag (1917) - Tobias Richter (2042) 1:0
6.Brett: Matthias Will (1911) - Mariana Korniichyk (1871) Remis
7.Brett: Ralf Hillmann (1771) - Maximilian Schulz (1841) 0:1
8.Brett: Steffen Kluge (1858) - Matthias Weber (1917) Remis