Zur 5. Runde der Oberliga empfing der Naumburger SV den Spitzenreiter SK König Plauen. Die Vogtländer kamen mit einer starken Mischung aus 2.Bundesliga-Erfahrung und aufstrebender Jugend an die Saale. die Domstädter ihrerseits konnten mit Andreas Fritsch und, erstmals in dieser Saison, Volkmar Huth die Mannschaft fast auf Bestbesetzung verstärken.


Zu Beginn des Wettkampfs gedachten alle Anwesenden dem kürzlich verstorbenen Naumburger Altmeister Roland Rümmler, der sowohl als langjähriger Spieler der Oberliga-Mannschaft, als auch als Trainer, Funktionär, Schiedsrichter und Organisator eine große schachliche Lücke hinterlassen wird! Die NSV-Akteure versuchten von Anbeginn konzentriert zu Werke zu gehen; wollte man doch diesen sehr speziellen Spieltag möglichst erfolgreich abschließen. Doch leider konnten diesmal die "unruhigen" Spielbedingungen im Euroville (Kindertanzgruppen über dem Spielraum) nicht wirklich zur nötigen Konzentration der Schachspieler beitragen, wobei den Kindern hier ausdrücklich kein Vorwurf gemacht werden soll!
Für den ersten schachlichen "Paukenschlag" sorgte dann Jens Härtig nach knapp 2 Stunden. Er hatte seinen Gegner schon in der Eröffnung überrascht und unter Figurenopfer den König in der Brettmitte "festgenagelt", sodaß dieser nur noch das Handtuch werfen konnte - eine glänzende Kurzpartie! Das beflügelte und an den anderen Brettern sah es zu diesem Zeitpunkt überraschend gut für die Domstädter aus. Julius Heinrich hatte bei Materialverteilung Turm und Bauer gegen 2 Leichtfiguren Initiative am Damenflügel, aber übersah jetzt nach knapp 3 Stunden ein starkes gegnerisches Springermanöver, welches zum sofortigen Verlust führte! Andreas Fritsch seinerseits hatte mit einem blitzsauberen Qualitätsopfer eine glatte Gewinnstellung erspielt. Doch sein erfahrener Gegenüber hatte noch einen taktischen "Pfeil im Köcher", der nach 3,5 Stunden scheinbar zum Dauerschach ausreichen sollte. Davon sichtlich geschockt remisierte der Naumburger, aber er hätte mit dem richtigen Turmzug einfach auf Gewinn weiterspielen können - schade! Kurze Zeit später zwei weitere Entscheidungen bei Jens-Frieder Mükke und Samuel Gering. Letzterer wartet in dieser Saison noch auf sein persönliches Erfolgserlebnis! Um seinen Figuren nötige Aktivität zu verleihen, gab er eine Qualität, die sein Kontrahent jedoch seinerseits gekonnt verwertete. Jens-Frieder Mükke fand sich nach ausgeglichenem Spiel in einem Leichtfiguren-Endspiel wieder, in dem sein Läuferpaar allerdings keinen Vorteil generieren konnte, womit das Remis folgerichtig war. So lag der NSV mit 2:3 gegen den Favoriten zurück, aber an den restlichen Brettern war noch einiges möglich! Matthias Will hatte in seiner Partie zwei kritische Momente zu überstehen, als sein ambitionierter Gegner jeweils nicht die beste Fortsetzung wählte. Letztlich kam aber ein remisliches Doppelturm-Enspiel aufs Brett. Der Plauener hätte jetzt Dauerschach geben können, ja müssen, aber spielte weiter auf den vollen Punkt. Der Naumburger Mannschaftsleiter seinerseits konnte auf einen fortgeschrittenen Randbauern pochen und die späteren Computeranalysen ergaben dadurch tatsächlich einen Gewinnweg, der das spätere Dauerschach verhindert hätte! Aber Turmendspiele sind bekanntermaßen die kompliziertesten und das Remis nach 4 Stunden geht durchaus in Ordnung! Volkmar Huth legte sein Spiel aktiv auf Gewinn an, doch mußte letztlich gegen seinen starken Gegner ein ungleiches Läuferenspiel mit Minusbauern erfolgreich verteidigen - Remis nach knapp 5 Stunden. So mußte diesmal das Spitzenbrett "den Tag entscheiden". Sebastian Schmidt-Schäffer hatte mit FM Kuraszkiewicz einen Gegner, der seine bisherigen Partien allesamt gewonnen hatte! Im holländischen Stonewall kämpfte der Domstädter erst für den Ausgleich, um dann im Turm-Läufer-Endspiel einen kleinen strategischen Vorteil festzuhalten. Diesen konnte er dann, zur Freude alles NSV-Akteure, nach fast 6 Stunden meisterlich umsetzen! Der erste volle Punkt des Naumburger Spitzenbretts sichert somit auch den ersten überraschenden Mannschaftspunkt der Saison, wobei der absolut faire Tabellenführer aus Plauen insgesamt sicherlich mit dem 4:4 noch zufriedener sein dürfte! Für den Naumburger SV bleibt die Situation im Abstiegskampf weiterhin kritisch, aber man hat definitiv mal ein Achtungszeichen gesetzt, was Lust auf mehr macht!
Zur nächsten Doppelrunde geht es jetzt Anfang Februar zur SG Löberitz, wo man auf den Gastgeber und den SK Dessau trifft.

Brettergebnisse:
1.Brett: Sebastian Schmidt-Schäffer (DWZ 2342) - FM Michael Kuraszkiewicz (2254) 1:0
2.Brett: Julius Heinrich (2148) - FM Gunter Sandner (2219) 0:1
3.Brett: Samuel Gering (2086) - FM Carlo Kunze (2185) 0:1
4.Brett: Volkmar Huth (2117) - Matthias Hörr (2167) Remis
5.Brett: Andreas Fritsch (2039) - FM Roland Pfretzschner (2172) Remis
6.Brett: Jens Härtig (2099) - Daniel Zähringer (2078) 1:0
7.Brett: Jens-Frieder Mükke (2011) - Simon Burian (1942) Remis
8.Brett: Matthias Will (1943) - Niklas Linnert (2002) Remis

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